Der Döbelner Riesenstiefel
Döbeln hat im Lauf der Geschichte viele Beinamen bekommen. So gilt sie als „Stadt der Dreien“ und als Stiefelstadt. Letzteres ist weniger einer florierenden Schuhindustrie geschuldet, sondern eher dem Ehrgeiz und Stolz der Döbelner Schuhmacherinnung. Gilt sie doch als älteste Zunft der Stadt und wurde zum ersten Mal 1325 urkundlich erwähnt. 1925, also zum 600-Jährigen Jubiläum der Innung, reifte die Idee für den Döbelner Riesenstiefel heran.
In den Monaten von Januar bis Juli 1925 entstand schließlich ein Stiefel nach dem Vorbild eines Reiterstulpenstiefels aus dem Dreißigjährigen Krieg – allerdings deutlich größer als das Original. Insgesamt waren für die Herstellung des Riesenstiefels 750 Arbeitsstunden notwendig. Bei umgeschlagenem Schaft ist der Stiefel – laut „Döbelner Chronik 2000“ - beeindruckende 3,70 Meter hoch. Im Lauf der Zeit erlebte der Döbelner Riesenstiefel, der ab 1926 offiziell als Hindenburgstiefel bezeichnet werden durfte, eine bewegte Geschichte.
Mehrmals wechselte er seinen Standort, ging auf Reisen und landete schließlich in der Burg Mildenstein bei Leisnig, wo er seit 1957 als Leihgabe bewundert werden kann. 2012 soll der Riesenstiefel aber wieder in seine alte Geburts- und Heimatstadt Döbeln zurückkehren, um von Besuchern bestaunt zu werden. Bis dahin vertritt der Bronzestiefel des Stiefelbrunnens am Niedermarkt sein großes Vorbild aus Leder.